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Warum hier so lange nichts passiert ist. Oder: Wenn das Leben einfach zu viel wird

Warum hier so lange nichts passiert ist. Oder: Wenn das Leben einfach zu viel wird

  • mdo  Markus
  •   Allgemein
  •   10.04.2026

Ja, ich weiß. Es ist still geworden hier. Zu still. Über ein halbes Jahr ohne neuen Content – das ist selbst für mich, den Meister der unregelmäßigen Updates, eine Hausnummer. Aber ich habe Gründe. Gute Gründe. Und die haben mit allem zu tun,  außer mit Faulheit.

Privat: Umzug, Wohnung, Leben

Wir haben eine traumhafte Wohnung gekauft. Nicht so ein 08/15-Betonklotz, sondern etwas mit Charakter, Platz und Potenzial. Und dann kam, was kommen musste: der Umzug. Wer schon mal sein halbes Leben in Kartons verpackt, durch enge Treppenhäuser gewuchtet und sich gefragt hat, warum man eigentlich so viel Zeug besitzt, der weiß, wovon ich rede. Danach folgte Phase zwei: das Einrichten. Nicht einfach nur Möbel aufstellen, nein: Wir haben ein Zuhause gestaltet. Mit Liebe, Schweiß und dem einen oder anderen Fluch, wenn die Bohrmaschine wieder mal nicht das tat, was sie sollte.

Das Ergebnis? Es war jeden Stress wert. Aber ja, das frisst Zeit. Und Energie. Und Nerven.

Der Verwaltungsrebell: Wenn der Blog zum Nebenjob wird

Während ich privat Kartons geschleppt habe, ist mein Verwaltungsrebellblog explodiert. Nicht im Sinne von „viral gegangen“, sondern im Sinne von: Ich habe so viel Arbeit hineingesteckt, dass ich manchmal vergesse, dass ich eigentlich noch einen Hauptjob habe. Aber hey,  wenn man seit Jahren predigt, dass Digitalisierung in der Verwaltung mehr ist als „Excel durch eine teure Software ersetzen“, dann freut es einen umso mehr, wenn die Botschaft langsam ankommt.

Und ja, ich habe mich von ChatGPT getrennt. Nicht, weil die KI schlecht war, sondern weil ich etwas Besseres gefunden habe: Le Chat von Mistral AI. Warum? Ganz einfach:

  • Keine Daten in die USA. Punkt.
  • DSGVO-konform. Weil ich es satt habe, dass europäische Nutzer:innen von US-Konzernen wie OpenAI (Microsoft) oder Google wie Datenklau-Opfer behandelt werden.
  • Echtes Open-Source-Feeling. Mistral setzt auf Transparenz und europäische Werte – nicht auf das nächste Monopol.
  • Besserer Humor. (Okay, das ist subjektiv. Aber probier’s aus.)

Ich will nicht nur technisch souverän sein, ich will auch politisch klar bleiben. Und da passt Mistral einfach besser zu mir.

Der Job: Wenn die Digitalisierung plötzlich alle interessiert

Mein Beruf ist fordernd. Immer. Aber dieses Jahr wird besonders: Plötzlich will jeder etwas von mir. Einladungen als Speaker, Workshops, Keynotes – die letzten sechs Jahre Arbeit an Digitalisierungsthemen tragen langsam Früchte. Das ist großartig, aber es bedeutet auch: Ich bin ständig unterwegs oder beschäftigt, bereite Vorträge vor oder diskutiere mit Leuten, die endlich verstanden haben, dass „Digitalisierung“ nicht heißt, „alles in die Cloud zu klatschen und hoffen, dass es funktioniert“.

Und ja, ich genieße es. Aber es kostet Zeit. Zeit, die ich nicht in Blogposts stecken konnte.

Technik: Arch Linux, CachyOS und die Freude am Basteln

Meine Rechner? Laufen wie geschmiert. Hauptsächlich mit Arch Linux – weil ich es liebe, wenn mein System genau das tut, was ich will, und nicht, was irgendwelche Konzerne für mich entscheiden. Aktuell experimentiere ich mit CachyOS, einer Arch-basierten Distribution mit Performance-Optimierungen, die meine Hardware fliegen lässt. Wer noch nie erlebt hat, wie ein System wirklich schnell ist, der sollte mal weg von Windows und macOS. (Nein, ich bekomme kein Geld für diese Werbung. Ich bin einfach nur begeistert.)

Und jetzt?

Ich werde nicht versprechen, dass hier ab morgen wieder wöchentlich Content kommt. Aber ich werde mich bemühen. Denn eines habe ich in den letzten Monaten gelernt: Es bringt nichts, sich zu zerreißen. Manchmal muss man Prioritäten setzen – und manchmal muss man einfach mal durchatmen.

Also: Bleibt dran. Es kommt wieder mehr. Und wenn nicht – dann war’s wenigstens ehrlich.


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